Workshop: Feuer im Herzen der Gemeinschaft

…ein Tagesworkshop mit Susanne Fischer-Rizzi

Gepriesen seist du, mein Herr,

durch Bruder Feuer,

durch das du die Nacht erleuchtest;

und es ist schön und liebenswürdig und kraftvoll und stark.

Franz von Assisi

Feuer, erstes Element, zutiefst verbunden mit uns Menschen.

Dein Leuchten in unserer Mitte, die Wärme, die Leben im Winter möglich macht.

Heimeliger Raum für Geschichten. Feuer, das alles verändert, transformiert, verwandelt in Asche und Rauch.

Feuer das gerufen wird, wenn Soldaten schießen um zu töten, und dessen gigantische Rauchwolken mahnend zum Himmel steigen, wann immer irgendwo eine Bombe fällt.

Die Geschichte der Menschheit ist eine Geschichte unserer Beziehung zum Feuer.

Von der Entwicklung unserer Ernährung und damit unserer körperlichen Leistungsfähigkeit, zur Entwicklung unserer Sprache und unserer Fertigkeit und Vorliebe fürs Geschichtenerzählen hat das Feuer unsere Kultur von Anfang an geprägt.

Kunst und Handwerk und moderne Technologien sind grundlegend verwoben damit, wie wir lernten, uns Feuer zunutze zu machen: von der Keramik bis zur Dampfmaschine, vom Metallverhütten bis zum Verbrennungsmotor, von der Herstellung mittelalterlicher Rüstungen bis zu unbemannten, tödlichen Drohnen, mit denen wir die Kraft des Feuers missbrauchen.

In den vergangen Monaten haben die Feuer der Waldbrände in Australien, dem Amazonas und fast allen anderen Teilen der Erde die Welt in Aufregung versetzt, viele Menschen wachgerüttelt für die nicht mehr zu ignorierenden Folgen der jahrhundertelangen Ausbeutung und Zerstörung unserer Mitwelt.

Bis heute sind wir Menschen die einzigen Erdlinge, die gelernt haben, Feuer selbst zu erzeugen, und wir nutzen es Tag für Tag, nicht nur für unser praktisches Überleben.

Feuer-Räume

Feuer hilft, uns zusammen zu finden. In der Dunkelheit des tiefen Abends wird alles um uns herum ausgeblendet und wir können in die Tiefe der Seelenlandschaften eintauchen, wenn nur das Flackern der Flammen und das Leuchten der Gesichter im Kreis noch sichtbar ist.

Selten sehen Menschen so wunderschön aus, wie im goldenen Flammenschein, wenn es nichts weiter zu tun gibt, als dem Tag nachzuspüren, einander zu lauschen und dem Knistern der Scheite, und von Herzen zu teilen, was mich bewegt.

Für uns ist das Feuer auch ein Schlüssel, einen Trauer-Raum zu eröffnen, um zusammen auf heilsame Weise unsere Verluste zu beweinen und tiefen, auch kollektiven Schmerz zu heilen – damit wir auch im Angesicht großer Schicksalsschläge unseren Lebensmut bewahren und in lebensfördernden Weisen handeln können.

Beschreibung

Hier in Mitteleuropa sind rituelle Feuer seit der Frühgeschichte ein wesentlicher Bestandteil des Gemeinschaftslebens.

Susanne Fischer-Rizzi ist für uns eine der HüterInnen alten Wissens und vieler Geschichten über die kulturellen Wurzeln Mitteleuropas, bis weit zu den Ursprüngen der menschlichen Besiedlung.

In diesem Workshop werden wir einen Tag lang gemeinsam den Geschichten, Erfahrungen und Erkenntnissen von Susanne lauschen, darüber wie und auf welche Weisen hier in Mitteleuropa seit alters her Feuer für rituelle Zwecke genutzt wurde, beispielsweise als Notfeuer, um die Seele der Gemeinschaft zu nähren, Schmerz zu transformieren und Lebenskraft und Lebensfreude immer wieder neu zu entfachen.

Das Workshop-Team

Susanne Fischer-Rizzi

Susanne ist Spezialistin für Phytotherapie, in Deutschland die Pionierin der Aromatherapie und für uns eine der Hüterinnen unserer kulturellen Wurzeln in Mitteleuropa.

Sie absolvierte nach dem Studium der Philosophie eine mehrjährige Ausbildung an der Josef-Angererschule in München zur Heilpraktikerin und lernte danach einige Jahre bei Kräuterheilkundigen, Schamanen und Schamaninnen im In- und Ausland.
Sie studierte insbesondere ayurvedische und tibetische Kräuterheilkunde in Indien wie auch indianische Heilkunde in Nordamerika.
Die taoistische Philosophie und Weise sich mit der Natur heilsam zu verbinden, lernte sie bei ihrem Lehrer, dem Taoisten Gia Fu Feng. Seit langem praktiziert sie die chinesische Bewegungsmeditation Tai Chi. Sie verfügt außerdem über eine langjährige Erfahrung auf dem Weg der Weisen Frauen.

Zur Zeit übt sie hauptsächlich eine Lehrtätigkeit in der von ihr gegründeten Schule ARVEN – Schule für Heilpflanzenkunde, Aromatherapie und Wildniswissen aus. Als gefragte Expertin hält Susanne Seminare, Workshops und Vorträge zum Thema Aromatherapie und Heilpflanzenkunde im In- und Ausland. Bisher sind von ihr 14 Bücher über Pflanzenheilkunde, Aromatherapie und zum Thema Mensch, Tier und Wildnis erschienen. Ihre Bücher sind in zahlreiche Sprachen übersetzt worden.
Zahlreiche Radio- und Fernsehsendungen haben sie einem großen Publikum bekannt gemacht.
Susanne Fischer-Rizzi sieht sich als Lehrling der Natur, als Vermittlerin zwischen Mensch und Wildnis. Mit ihrer Arbeit möchte sie dazu beitragen, das durchtrennte Band zwischen Mensch, Tier und Pflanze wieder neu zu knüpfen, um so die Heilung von uns und der Natur gleichermaßen zu fördern. Sie lebt im Allgäu.

Mehr über Susanne’s Arbeit: https://susanne-fischer-rizzi.de/

Elke Loepthien

Elke ist Dipl.Ing (FH) für Landschaftsnutzung und Naturschutz mit Spezialisierung in ganzheitlicher Umweltbildung.

In den USA und Europa erlernte und erforscht sie seit 2002 das Weben und Gestalten von naturverbundener “Verbindungskultur”, unter anderem bei einem 10monatigen Praxis-Aufenthalt am 8 Shields Institute und Regenerative Design Institute in Kalifornien und in ihrem Studium in „Regenerative Community Design“ an der internationalen Gaia University.

Elke ist ausgebildete psychologische Beraterin und wurde mehrere Jahre lang intensiv von Jon Young, dem Mitbegründer der Naturverbindungsbewegung, als Mentor auf ihrem eigenen Lernweg begleitet. Eine weitere wichtige Lehrerin und Freundin war die aus Westafrika stammende Sobonfu Somé.

Neben ihrer Tätigkeit für Circlewise leitete sie zwei Jahre lang beim Art of Mentoring in Großbritannien das “Village“-Programm, und war als Host für die internationalen “Village Talk” Mentoring-Konferenzen tätig. Als Beraterin und Coachin für Gaia University International begleitete sie Studierende aus aller Welt dabei, deren individuellen Lernwege zu entdecken und zu gestalten.

Elke ist Gründerin und Leiterin von Circlewise, Mitgründerin vom Verbindungskultur e.V. (gemeinsam mit Circlewise AbsolventInnen) und hat maßgeblich diese und mehrere andere Weiterbildungen und Veranstaltungsformate rund um verschiedene Aspekte von Verbindungsfördernder Gesellschaftsgestaltung inhaltlich konzipiert und entwickelt, u.a. das Circlewise Leadership Training, die Naturverbundene Ritualarbeit Ausbildung, den Trauer-Feuer-Ritualworkshop und die Ausbildung „Trauern in Gemeinschaft“.

Aaron Gerwert

Aaron ist Naturverbindungsmentor und Mystiker. Er war Gründer und bis 2016 Leiter der Wildnisschule Reineke, wo er unter anderem Waldläufer-Banden und Familien-Camps konzipierte und begleitete.

Eine schwere Krankheit führte ihn in die Tiefen des Mensch-Seins, und damit auf eine intensive Spurensuche und Beschäftigung mit zahlreichen ganzheitlichen Heilmethoden und Entwicklungs-Wegen für Seele, Geist und Körper.

Aaron ist Vater von zwei Kindern.

Er war mehrere Jahre als Begleiter in einer Wohngruppe von Menschen mit besonderen Bedürfnissen tätig. Er ist Absolvent des Internationalen Permaculture Design Certificate Courses und des Circlewise Leadership Trainings, und Co-Leiter von Circlewise.

Mit Achtsamkeit, Einfühlungsvermögen und herzlichem Humor begleitet er Menschen durch Wachstumsprozesse.  Seine Musik, die aus seiner tiefen, authentischen Verbindung mit der Natur erwächst, berührt, inspiriert und begeistert.

Termin & Preise

Der Workshop wird aller Voraussicht nach am 12. September 2020 von 09:30 – 20:00 Uhr stattfinden.

Eine Übernachtung am Veranstaltungsort ist im eigenen Zelt oder Matratzenlager mit eigener Isomatte möglich.

Preise:

65,- € Workshop-Gebühr

zzgl. Tagespauschale, Verpflegung und bei Bedarf Unterkunft:

30 € für unser gemeinsames regional-saisonal-biologisch-leckeres Mittag- und Abendessen

(bei Übernachtung laden wir euch ein, selbst einen Frühstücks-Snack mitzubringen)

Übernachtung pro Nacht je 11 € pro Person im eigenen Zelt. 18 € pro Person im Isomatten-Lager (Jurte oder Erdhaus).

Veranstaltungsort

Hangab-Zentrum
Hartmut und Petra Bez
Hohlerstein 2
88693 Lellwangen, Deggenhausertal (nördlicher Bodenseekreis)

Unser Camp befindet sich oberhalb eines kleinen, familiären Gemeinschaftsprojektes, am Südhang einer Hügelkette, von der aus wir bei klarem Wetter weiten Blick auf den Bodensee und die Alpen genießen können, inmitten von saftigen Wiesen und Weiden, umgeben von Buchen-Fichten-Mischwald und munteren kleinen Bächen.

Wir versammeln uns regengeschützt um eine Feuerstelle oder in unserem beheizbaren rustikalen Essens-Raum.

Schlafen ist im eigenen Zelt und bei kalter Witterung auch im sonnenwarmen Erdhaus hier am Hohlenstein möglich, bei Bedarf für mehr Komfort auch selbstorganisiert in Pensionen ganz in der Nähe.

Anmeldung

Der Termin ist ein Ersatztermin für den urpsünglich im April geplanten. Du kannst uns hier schonmal scheiben um auf die Interessentenliste zu kommen. Danke!

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