Wege finden durch den Konflikt

…4tägiger Online-Workshop für ein friedvolleres Miteinander, gerade in den Momenten wo dies vielleicht am schwierigsten erscheint

„Frieden entsteht nicht

wenn es keine Konflikte mehr gibt,

sondern, wenn wir die Fähigkeit erlangen,

mit ihnen umzugehen.

Mahatma Gandhi

Viele Menschen kennen die zutiefst leidvolle Erfahrung, angesichts scheinbar unüberbrückbarer Differenzen mit einem Gefühl von Ohnmacht oder Hilflosigkeit vor den Scherben einer Beziehung zu stehen, die unwiederbringlich zerstört zu sein scheint.

Egal ob es die Beziehung zu den eigenen Eltern oder Schwiegereltern ist, die wie verloren erscheint, oder zu Geschwistern, Kindern, entfernten Verwandten oder auch Beziehungen zu Mitarbeitenden, Vorgesetzten oder sogar innerhalb von Freundschaften – ein drohender oder erlebter Verlust von Frieden innerhalb von wichtigen Beziehungen kann unser gesamtes Leben überschatten.

Auch die gesamtgesellschaftliche Spaltung in einander mehr oder weniger offen bekämpfende Lager, zwischen denen Frieden kaum noch möglich erscheint, kann quälend belasten und in Angst und Schrecken versetzen.

Dabei können gesund navigierte Konflikte für eine Beziehung wie das Salz in der Suppe sein!

Sie nicht auszublenden, sondern mit ihnen tanzen zu lernen, macht das Miteinander schmackhafter und langfristig nahrhafter.

Gemeinsam, anhand vieler Beispiele, auf den Spuren hilfreicher Kommunikations-Muster und mit Unterstützung durch ganz konkrete Werkzeuge und Herangehensweisen wollen wir erforschen und ausprobieren, wie genau das hier und heute praktisch gehen kann.

Jeder Konflikt birgt in sich die Möglichkeit für tieferes und wahrhaftigeres Verstehen für einander, für eine gereifte und erfrischte Verbindung und für schöpferisches Handeln für die Welt in der wir leben und die wir oft nur gemeinsam, in Beziehung, wirklich lebensförderlich gestalten können.

Dieser wichtigen Arbeit wollen wir in den vier Tagen in uns und zwischen uns Raum geben – einen kleinen Beitrag für ein bisschen mehr Frieden in der Welt, der vielleicht wie ein heut noch kleines Samenkorn eines Tages zu einem großen Baum heranwachsen kann.

“Wir sehen die Welt nicht so wie sie ist,

sondern so wie wir sind.”

Anais Nin

Beschreibung

Der Workshop-Rahmen

Wir treffen uns in einer kleinen Gruppe vom maximal 16 Menschen in unserem Circlewise-Zoom-Raum.

Der Workshop startet am Donnerstag um 10:00 Uhr und endet am Sonntag um 13:00 Uhr. Täglich werden wir von ca. 09:00 Uhr bis maximal 22:00 Uhr zusammen sein.

Darin enthalten werden sowohl online-, als auch “on-land”-Aktivitäten draußen in der Natur sein und wir werden ausreichend Pausen für Erholung und Bewegung einbauen.

Auch während der Zoom-Zeiten bist du eingeladen, gut für dich und dein körperliches Wohlergehen zu sorgen, es dir so richtig gemütlich zu machen, auch mal im Liegen oder Stehen zuzuhören, deine Kamera abzuschalten oder sogar übers Telefon beim Spazierengehen oder draußen in der Sonne liegend dabei zu sein.

Du brauchst eine stabile und kräftige Internetverbindung, zum Beispiel einen DSL Zugang, dazu ein Smartphone oder noch besser einen Computer, so wie auch einen ruhigen, möglichst störungsfreien Raum von dem aus du dich einwählen kannst.

Viele Menschen haben gute Erfahrungen gemacht, einfach von zuhause aus dabei zu sein, selbst wenn noch andere Familienmitglieder oder Mitbewohnende daheim sind.

An den Abenden wird voraussichtlich unsere geliebte Älteste Julie Langhorne aus den USA mit dabei sein können.

Die Wurzeln unserer Arbeit

Das Tanzen und Ringen mit unterschiedlichen Vorlieben, Meinungen, Bedürfnissen, Weltsichten, Glaubenssätzen und Strategien scheint für die Menschheit von Anfang an eine wesentliche Kompetenz gewesen zu sein – die zu erlernen mit unserer artspezifischen biologischen Ausstattung grundsätzlich als möglich erscheint.

Zahlreiche Wissenschaftler*innen sind sich einige darüber, dass die Menschen der Frühgeschichte über einen Zeitraum von hunderttausenden von Jahren überwiegend friedlich zusammengelebt haben.

Auch für die Mehrheit aller heute noch existierenden Jäger- und Sammler-Völker weltweit ist ein fast ausschließlich friedvolles Miteinander gut dokumentiert.

Viele weitere indigene Kulturen haben es geschafft, Frieden zu bewahren, und in einigen Fällen sogar vorherrschende kriegerische gesellschaftliche Zustände wieder umzukehren und Frieden willentlich herbeizuführen und über viele Jahrhunderte zu erhalten, wie die Haudenosaunee-Konföderation in Nordamerika es geschafft hat.

Auch in der westlichen Kulturgeschichte der letzten Jahrhunderte finden wir Beispiele für Menschen und Gruppen, wie Mahatma Gandhi oder Martin Luther King und die mit ihnen zusammen Wirkenden, die angesichts überwältigender sozialer Ungerechtigkeit Wege gefunden haben, durch Prinzipien für friedvolles Miteinander eine Veränderung einzuleiten, die mehr Frieden und Gerechtigkeit für alle ermöglicht hat.

Menschen wie Marshall Rosenberg, der Begründer der gewaltfreien Kommunikation, haben nach Mustern und Grundprinzipien gesucht und dadurch ihrerseits vielen weiteren Menschen einen Zugang zu friedvollem Miteinander ermöglicht.

Viele Zutaten für unsere Form der Friedensarbeit haben wir in diesen Inspirationsquellen finden können.

Zudem greifen wir auch auf die Forschungsergebnisse aus (Neuro-) Psychologie, Sozialwissenschaften und insbesondere der Erforschung von Konfliktmanagement in Partnerschaft und Eltern-Kind-Beziehungen zurück, die gerade in den letzten zwei Jahrzehnten enorm viele praktisch nutzbare Zutaten für ein friedvolles Miteinander beschrieben hat, das sich oftmals auch auf andere Beziehungen (innerhalb von Gruppen, Teams usw.) übertragen lässt.

„Es braucht Mut, aufzustehen

und jemandem die eigene Meinung zu sagen.

Ebenso braucht es Mut, sich zu jemand hinzusetzen

und wirklich zuzuhören.“

Winston Churchill

Überblick

Themen und Inhalte

  • Frieden – was wir aus der Frühgeschichte und von anderen Kulturen über das menschliche Potential für ein friedvolles, kooperatives Miteinander lernen können und wie wir dieses Potential in uns selbst stärken können
  • Vertrauen – wie es entsteht, was es beschädigen kann (was oft schon viel früher passiert, als uns selbst bewusst ist), wie wir es in Interaktionen und konflikthaften Gesprächen nähren und stärken können
  • Einstimmung / Attunement, Empathie & Mitgefühl – warum sie so wichtig sind, was genau wir tun können, sie zu begünstigen
  • Stress & Überlebensreaktionen & Schutz-Emotionen – wie wir für uns selbst und unser Gegenüber erste Hilfe leisten und durch unser bewusstes Wahrnehmen und trainierbares hilfreiches Verhalten auch im Angesicht von Angst, Wut und Zorn Eskalationen vermeiden können
  • Innere Konflikte & Radikale Ehrlichkeit – wie wir aufrichtig fühlen und empfinden können, was alles in uns da ist, uns mit uns selbst einig werden und uns mit Worten und non-verbal zum Ausdruck bringen können
  • Bedürfnisse & Strategien – wie wir herausfinden können, worum es uns und unserem Gegenüber im Kern geht, um für uns selbst und gemeinsam Strategien zu finden, die für alle Beteiligten stimmig sind
  • Vereinbarungen & Sicherheit – wie wir unsere eigenen grundlegendsten Bedürfnisse nach Sicherheit, Schutz, Ruhe oder Geborgenheit ins Zentrum unseres inneren Gartens rücken, und für das Miteinander mit anderen wie in der Natur lebendige Übergangsbereiche und fruchtbare Randzonen begünstigen können
  • Entschuldigen & Reparieren – wie wir von uns ausgehende, unabsichtliche oder absichtlich ausgeteilte Verletzungen erkennen, unseren Kurs korrigieren und einen Riss in der Verbindung vielleicht wieder gut machen können
  • Konsens & Integration – wie wir (gemeinsame) Lösungsfindung angehen können, in denen die Bedürfnisse aller Beteiligten respektiert und angenommen werden
  • Transformation & Initiation – warum Konflikte ein Katalysator für Erneuerung sein können und wie sie uns mit unserem inneren Wesenskern rückverbinden helfen können
  • Mögliche Abläufe & Bestandteile für Konfliktgespräche – welche Zutaten  gehören dazu, wie kann das Ganze dann konkret aussehen?
  • Beispiele – aus deinem und aus unserem Lebensalltag, sowie von friedvollen Vorbildern

Gern unterstützen wir dich auch nach dem Workshop dabei, in Kontakt zu bleiben und mit anderen Menschen, die sich für ein friedvolles Miteinander interessieren, den Austausch weiterzuführen.

„Es besteht ein gewaltiger Unterschied zwischen echtem Zuhören und nur so tun als würde ich zuhören.

Beim ersten bin ich selbst beweglich, beim zweiten ganz starr.

Beim einen fühle ich mich lebendig, beim anderen wie ausgestopft.

Meine radikale Erkenntnis über das Zuhören ist:

Echtes Zuhören braucht die Bereitschaft, mich von der anderen Person verändern zu lassen.

Wenn ich bereit bin, mich von ihnen beeinflussen zu lassen,

kann sich im Raum zwischen uns etwas ereignen,

das wesentlich interessanter ist,

als zwei miteinander duellierende Monologe.

Alan Alda

Das Workshop-Team

Elke Loepthien

Elke ist Gründerin von Circlewise und sie hat die Verbindungskultur-Konzepte entwickelt, die das Herz vom Circlewise Institut bilden. Als eine Art “Kultur-Ingenieurin” verknüpft sie die Erkenntnisse moderner Lebenswissenschaften mit von naturverbunden Kulturen inspirierter Weltsicht und erforscht, entwickelt und praktiziert seit über 15 Jahren die Kunst des Verbindungswebens, in deren vielen unterschiedlichen Facetten.

Ein großer Teil ihres Lebenswerks findet sich als Inhalte und Methoden in unseren Weiterbildungen und unserem Ansatz für Trauerarbeit wieder – ein ganzes Paket an Lern-Erlebnissen für WegbereiterInnen von Verbindungsfördernder Gesellschaftsgestaltung.

Wichtiger Bestandteil ihrer eigenen Ausbildung war ein Training in „Cultural Mentoring & Regenerative Community Design“ am Regenerative Design Institute und 8 Shields Institute in Nordkalifornien und bei der internationalen Gaia University

Elke hatte das große Glück, während der letzten Jahrzehnte neben ihrer intensiven Beschäftigung mit den Erkenntnissen der modernen Psychologie und Sozialforschung (beispielsweise durch das Greater Good Science Center der Universität in Berkeley, Kalifornien), immer wieder auch in intensivem Kontakt von Menschen wie Sobonfu Somé lernen zu können, die selbst in naturverbundenen und gemeinschaftsorientierten Kulturen aufgewachsen oder ausgebildet worden sind.

So kann sie eine Brücke bauen: Von den Geschichten ursprünglicher Dorf-oder Stammes-Kultur hin zu den von ihr selbst entwickelten Ansätzen für eine zeitgemäße, authentische Gemeinschaftskultur, die wir als Menschen hier und heute umsetzen und lebendig machen können.

Elke ist Diplom Ingenieurin für Landschaftsnutzung und Naturschutz (FH), psychologische Beraterin, hat mehrere Jahre lang als Beraterin und Coachin für Gaia University International gearbeitetwo sie Studierende aus aller Welt dabei begleitete, deren individuellen Lernwege zu entdecken und zu gestalten, und sie war ehrenamtlich für das 8 Shields Institute tätig.

Seit 2010 leitet und begleitet sie Teams für Workshops, (Großgruppen-)Events und Weiterbildungen im In- und Ausland, ist als Coachin/Beraterin für Team-LeiterInnen in Unternehmen, für Gemeinden und gemeinnützige Organisationen tätig und lehrt ihre Konzepte bei den Veranstaltungen vom Circlewise Institut.

Zusammen mit Aaron Gerwert leitet Elke die Circlewise GbR und sie ist Mitgründerin vom Verbindungskultur e.V. (gemeinsam mit Circlewise AbsolventInnen).

Aaron Gerwert

Aaron ist Naturverbindungsmentor und Mystiker. Er war Gründer und bis 2016 Leiter der Wildnisschule Reineke, wo er unter anderem Waldläufer-Banden und Familien-Camps konzipierte und begleitete.

Eine schwere Krankheit führte ihn in die Tiefen des Mensch-Seins, und damit auf eine intensive Spurensuche und Beschäftigung mit zahlreichen ganzheitlichen Heilmethoden und Entwicklungs-Wegen für Seele, Geist und Körper.

Aaron ist Vater von zwei Kindern.

Er war mehrere Jahre als Begleiter in einer Wohngruppe von Menschen mit besonderen Bedürfnissen tätig. Er ist Absolvent des Internationalen Permaculture Design Certificate Courses und des Circlewise Leadership Trainings, und Co-Leiter von Circlewise.

Mit Achtsamkeit, Einfühlungsvermögen und herzlichem Humor begleitet er Menschen durch Wachstumsprozesse.  Seine Musik, die aus seiner tiefen, authentischen Verbindung mit der Natur erwächst, berührt, inspiriert und begeistert.

“Der Beweis dafür,

ob der Weg durch einen Konflikt wahrhaftig gewaltfrei war,

ist wenn am Ende keine Verbitterung bleibt

und die Feinde zu Freunden geworden sind.

Mahatma Gandhi

Termin & Preis

15.-19. September 2021

Mittwoch 10:00 Uhr bis Sonntag 13:00 Uhr, mit on-line Zoom-Sessions und on-land-Übungen für zwischendurch

Preis

490 € (inkl. MwSt.)

Die Teilnehmenden-Anzahl ist begrenzt auf maximal 16 Personen.