Weiterbildung Trauerprozessbegleitung
…lerne Menschen trauma-sensitiv und sicher
durch persönliche und kollektive Trauer, Krisen und Verluste zu begleiten
Berufsbegleitende Weiterbildung mit 25 Präsenztagen
22. April 2026 bis 14. März 2027
1 Jahr * drei Ausbildungsblöcke * zwei öffentliche Workshops
3 Seminarhäuser in Süddeutschland
Stiersbach, Lindenhof, Schloss Bettenburg
Für Trost, Zusammenhalt und Handlungsfähigkeit
in Zeiten von persönlichen und kollektiven Krisen und Verlusten.
Für persönliche Verluste
Wir alle erleiden in unserem Leben Schmerzhaftes: Alltägliche Konflikte, Krankheiten, gescheiterte Träume, zerbrochene Beziehungen, geliebte Menschen die leiden oder sterben – vieles davon ist ein unvermeidlicher Teil vom lebendig sein.
Als Menschen sind wir dazu fähig, negative Gefühle auszublenden – in Notsituationen kann dies sogar unser Leben retten. Unterdrücken wir Emotionen wie Traurigkeit oder Wut jedoch über einen längeren Zeitraum stumpft unsere gesamte Empfindungsfähigkeit dadurch ab und wir laufen sogar Gefahr, körperlich zu erkranken, depressiv zu werden oder anderen und uns selbst Verletzungen zuzufügen.
Vor allem sind wir weniger in der Lage, positive Emotionen wie Liebe, Freude oder Dankbarkeit zu empfinden – wesentliche Grundzutaten für persönliche und kollektive Resilienz, die gerade im Angesicht schwieriger Umstände überlebensnotwendig werden können.
Für kollektive Verluste und Krisen
Wir leben in Zeiten von beispielloser globaler Zerstörung und Zerfall. Tagtäglich leiden viele, oft insbesondere junge Menschen, wegen der bereits gegenwärtigen oder in naher Zukunft drohenden Verluste und Katastrophen für all unsere Mitwesen und für die gesamte natürliche Lebensgemeinschaft, deren Teil wir sind. Kriege, Klimakatastrophe, Ungerechtigkeit, strukturelle Gewalt, Vertreibung, Unterdrückung und Zerstörung können große Trauer auslösen.
Doch innere Not überhaupt zu zeigen gilt weithin als Schwäche und ist gesellschaftlich tabuisiert. Somit bleibt vielen Menschen auch angesichts kollektiver Krisen oft nur sozialer Rückzug, was zu Vereinsamung, Resignation und Apathie bis hin zu Radikalisierung führen kann.
Es braucht dringend ermächtigende Räume, in denen Menschen lernen können, insbesondere angesichts kollektiver Trauer, einander gemeinschaftlich und solidarisch zu halten und zu unterstützen.
Für viel mehr Trauer-Räume und weit darüber hinaus braucht es sehr viel mehr Trauer-Kompetenz in allen gesellschaftlichen Kontexten, um mit all der Trauer umzugehen, die jetzt schon da ist – und die noch kommen wird.
Trauern begünstigt kollektive Resilienz
Trauerprozesse zuzulassen oder sogar zu unterstützen kann ein ganz konkreter Weg sein, um angesichts von Leiden und Verzweiflung für Menschen ein wenig Erleichterung zu ermöglichen. Auch angesichts schwieriger Umstände kann Trauerarbeit dazu befähigen, inmitten von Leiden und Verlust eine intensive soziale Verbundenheit und sogar auch positive Emotionen wie Freude oder Dankbarkeit empfinden zu können.
Unsere Vision ist eine Gesellschaft, in der Trauerkompetenz in jedem sozialen Raum zu finden ist – so dass Trauer nicht versteckt zu werden braucht. Wo es genügend Räume zum gemeinschaftlichen Trauern gibt werden wir alle einander auch in schweren Zeiten so viel mehr Halt und Unterstützung schenken können.
In der Weiterbildung kannst du lernen, was es braucht, um für andere Menschen im beruflichen, privaten oder aktivistischen Kontext spontane Trauerprozess-Momente und auch langwierigere Trauerprozesse begleiten zu können.
Sie bietet dir:
Nach der Weiterbildung hast du die Möglichkeit in Kontakt zu bleiben und gemeinsam mit uns und inzwischen über 80 anderen Absolvent*innen über Fragen, Herausforderungen und aktuelle Entwicklungen im Austausch zu sein und diese essentiell wichtige gesellschaftliche Kompetenz gemeinsam weiter zu entwickeln – für eine trauerfreundlichere Kultur für alle.
(diese Themen sind in Form von Aufnahmen und schriftlichen Aufzeichnungen enthalten)
Die Weiterbildung hat keine Zugangsvorraussetzungen.
Sie ist geeignet für Menschen aller Berufsfelder, insbesondere wenn du:
Der Schwerpunkt der eigentlichen Ausbildungsblöcke liegt auf dem Trauerprozesse begleiten für andere Menschen – daneben gibt es aber auch Raum für deine eigenen Trauerthemen und Prozesse, insbesondere während der Trauerfeuer-Workshops.
Seit 2011 konnten wir das Trauern in Gemeinschaft durch die kraftvollen Trauer-Rituale unserer Lehrerin Sobonfu Somé erleben und erlernen, die in Burkina Faso in Westafrika aufgewachsen war und zeit ihres Lebens jeweils die Hälfte des Jahres dort lebte.
Mehrere Jahre lang haben wir diese Rituale mit ihr veranstaltet und zunehmend mitgestalten können. Aus Sobonfu’s Perspektive war Trauer zuzulassen und aktiv zu trauern nichts Optionales, sondern eine immer wiederkehrende Notwendigkeit, um trotz schwerer Verluste weiter mit der inneren Lebendigkeit und auch mit anderen Menschen verbunden bleiben zu können.
Nach ihrem Tod in 2017 begannen wir, eigene Wege, Formen und Formate für gemeinschaftliches Trauern zu gestalten und zu kultivieren. Dafür haben wir unsere praktischen Erfahrungen mit gemeinschaftlichem Trauern und unsere von Sobonfu Somé inspirierten Perspektiven mit zahlreichen aktuellen Erkenntnissen aus westlicher Psychologie, Neuro-Psychologie und auch westlicher Trauerbegleitungs-Theorie und Praxis verknüpft.
Trauerprozessbegleitung für Hier & Heute
Unser Anliegen ist, aus dieser Verbindung heraus authentische und wirklich hilfreiche, trauma-sensible Wege und Formen der Trauerprozessbegleitung für Hier & Heute zu entwickeln und zu praktizieren.
Inzwischen konnten wir damit bereits für viele hunderte von Menschen gemeinschaftliche Trauerräume gestalten und schon über 80 Personen in unserem Ansatz von gemeinschaftsbezogener Trauerprozessbegleitung ausbilden.
Was unseren Ansatz der Trauerarbeit auszeichnet
* Ausbildungsblock 1: 22. bis 26. April 2026 (im Seminarhaus Stiersbach)
* Ausbildungsblock 2: 28. Oktober bis 01. November 2026 (Seminarhaus Lindenhof)
* Ausbildungsblock 3: 10.-14. Februar 2027 (Seminarhaus Lindenhof)
* sowie zwei Trauerfeuer-Workshops, entweder vom 26.-30. November 2025 oder 27.-31. Juli 2026 oder 25.-29. November 2026, jeweils im Seminarhaus Schloss Bettenburg
3.790 € Normalpreis (=151 € pro Seminartag)
3.090 € Reduzierte Kursgebühr für Geringverdienende (begrenzte Anzahl verfügbar, frühe Anmeldung empfohlen)
4.490 € Solidarpreis – damit unterstützt du, dass auch weniger privilegierte Personen teilnehmen können
Insgesamt zwei Trauer-Workshops sind in dieser Kursgebühr inkludiert. Die Preise sind zuzüglich Unterkunft & Verpflegung im Seminarhaus Lindenhof bzw. Schloss Bettenburg.
(In Ausnahmefällen ist eine Zahlung in Raten nach Absprache möglich, ab dem Zeitpunkt der Anmeldung.)
Unser Preissystem dient dazu, nach dem Solidarprinzip strukturell benachteiligten Personengruppen den Zugang zu unseren Weiterbildungen zu erleichtern.
Oft bezahlen Arbeitgeber*innen für diese Ausbildung oder geben einen Zuschuss – Nachfragen lohnt sich!
Für Menschen aus gesellschaftlich besonders diskriminierten Bevölkerungsgruppen vergeben wir zusätzlich eine begrenzte Anzahl an Reparations-Freiplätzen (siehe unten).
Das Seminarhaus Lindenhof ist ein wunderbar ruhiger Ort, auf einer Hochebene von etwa 900m Höhe gelegen, mitten in einem ausgedehnten Waldgebiet. Der Lindenhof ist ein Einzelanwesen mit lauschigen Plätzchen im weitläufigen Gartengelände und Obstwiesen. Ausgehend vom Luftkurort Möhringen am Rande der Schwäbischen Alb und dem Schwarzwald über dem Tal der jungen Donau gelegen führt ein 3 km langer ansteigender Waldweg raus aus dem Alltag und dem Himmel ein Stück näher.
Alle Mahlzeiten stammen aus der hauseigenen vegetarisch-biologisch-regionalen Küche, viele Lebensmittel kommen direkt aus dem Garten hinterm Haus.
Mit unserem Wirken stehen wir dafür ein, historisch entstandene Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Ausbeutung in all ihren offensichtlichen und subtilen Erscheinungsformen sichtbar zu machen, in uns selbst und innerhalb der Gesellschaft und wir streben danach, Räume zu kreieren, um diese aufzuarbeiten.
Es ist uns ein Anliegen, dass insbesondere Menschen, die aufgrund ihrer Herkunft, Hautfarbe, sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität auch heute immer noch alltäglich Diskriminierung erfahren, sich in unseren Veranstaltungen nicht nur sicher, willkommen und ermächtigt fühlen können, sondern auch ganz praktisch einen erleichterten Zugang zu unseren Angeboten haben.
Als eine Geste für Reparation und einen kleinen Beitrag zu einer dringend notwendigen kollektiven Wiedergutmachung haben wir uns deshalb entschieden, unseren Spielraum für Rabatte und Vergünstigungen vor allem Personen zur Verfügung zu stellen, die historisch und aktuell am stärksten diskriminierten Bevölkerungsgruppen angehören, wie BiPoC, LGBTQ+*, Jüd*innen, Sinti*zze und Rom*nja.
Wenn eines davon auf dich zutrifft, melde dich gern bei uns, denn für die meisten Angebote haben wir mehrere Reparations-Freiplätze oder stark vergünstigte Teilnahmeplätze.
Die Teilnahme an diesem Angebot kann keine therapeutische Begleitung ersetzen.
Wenn du das Gefühl hast, unter Angstzuständen, Depressionen oder anderen schwer auszuhaltenden seelischen Zuständen zu leiden – wisse, du bist nicht allein!
Hilfe bekommst du bei zugelassenen Psychotherapeut*innnen, beispielsweise den hier im Verzeichnis aufgeführten Personen, vielleicht auch in deiner Region: https://www.somatic-experiencing.de/traumatherapeuten-finden/
In dringenden Fällen kannst du dich auch direkt an ein psychiatrisches Krankenhaus wenden oder den Notruf 112 wählen. Auch die Telefonseelsorge ist 24 Stunden kostenlos erreichbar (auch anonym): (0800) 1110111 oder (0800) 1110333 (für Kinder/Jugendliche)
Im Internet: www.telefonseelsorge.de
Rafael Heygster
Rafael HeygsterCirclewise Leadership Training