Alle Trauer will irgendwann ausgedrückt werden – vielleicht ist es für deine Trauer gerade jetzt soweit?
Vielleicht trägst du Erfahrungen in dir, die weh tun: Konflikte, Erkrankungen, Abschiede, zerbrochene Beziehungen, Schmerz um verlorene geliebte Menschen oder auch Trauer und Angst über so viel Unrecht, Gewalt oder Zerstörung in unserer verletzten Welt.
Wenn viele kleine oder auch große, persönliche oder kollektive Verluste über unser Leben hereinbrechen, kann sich der Schmerz über sie alle bald wie ein Gebirge aus Trauer anfühlen, für das im Alltag kaum Platz ist. Oft funktionieren wir trotzdem einfach weiter und schieben den Schmerz immer wieder zur Seite – einfach weil es notwendig ist.
Doch wenn Trauer, Angst oder Wut über lange Zeit keinen Ausdruck finden, kann es innen stiller und stumpfer werden. Manche Menschen erleben, dass sie auch Liebe, Freude oder Dankbarkeit schwieriger spüren können, reizbarer sind oder sich selbst oder anderen gegenüber verletzend verhalten.
Trauern kann oft helfen
Für viele Menschen ist es heilsam, Gefühle nicht immer allein verarbeiten oder sogar festhalten zu müssen, sondern ihnen Ausdruck zu geben – manchmal mit Tränen, manchmal in Stille, in Worten, im Lauschen, im Atmen oder mit Handlungen. Forschung deutet darauf hin, dass Weinen körperlich entlastend wirken kann, weil es Prozesse anstößt, die Stress verringern und Wohlbefinden fördern. Manchmal erleben Menschen ihre Trauer auch ganz ohne Tränen dennoch intensiv, und auch das ist in Ordnung und eine von unzähligen hilfreichen Weisen, um deiner Trauer Ausdruck zu schenken.
Um wieder mehr innere Lebendigkeit zu spüren, braucht es vor allem einen geschützten Rahmen. Einen etwas sichereren Ort, an dem deine Trauer – so wie sie sich gerade zeigt oder noch versteckt – willkommen ist. Einen Raum, in dem dein Schmerz nicht „zu viel“ ist, sondern bezeugt und gewürdigt wird.
In Gemeinschaft geht es manchmal leichter
Beim Trauerfeuer-Workshop laden wir dich ein in einen gemeinschaftlichen Raum auf Zeit, in dem du und deine Trauer voll und ganz willkommen seid.
Hier brauchst du nichts zu leisten, musst nichts erklären oder beweisen. Du darfst kommen, wie du bist – mit deiner Trauer, deiner Erschöpfung, deiner Wut oder Verzweiflung, wie auch mit deiner Liebe und Dankbarkeit oder auch mit dem Gefühl, gerade gar nichts zu fühlen.
Egal ob du mit Tränen trauerst oder ohne, ob laut oder leise – du darfst in Gemeinschaft erfahren, wie entlastend es sein kann, Schmerz zu teilen und dich dabei gehalten, genährt und bestärkt zu fühlen.
Trauern hilft, Verluste zu verarbeiten – und es geht so viel leichter, tief zu trauern, wenn wir in Gemeinschaft sind. Ein Schmerz der sich für uns selbst vielleicht unerträglich anfühlt, kann viel tragbarer werden, wenn wir spüren, dass Menschen mitfühlend und bezeugend hinter uns stehen.
(Mehr über die Wirkweise unserer Trauerarbeit kannst du hier erfahren.)
Für das Leben und mit dem Leben
Trauerprozesse nicht wegzuschieben, sondern ihnen Zeit und Raum zu schenken, lohnt sich! Denn egal wie viel Verzweiflung und Leid in uns sein mag, ist doch immer auch noch Lebendigkeit da – in uns und auch um uns herum – die weiterleben möchte.
Und egal wie einsam wir uns fühlen mögen, sind sind wir trotzdem umgeben von anderen lebenden Wesen, mit denen wir auf vielerlei Weisen zutiefst verbunden sind. Vor allem sind da Menschen und Lebensräume ganz in unserer Nähe, die uns im Hier & Jetzt wirklich brauchen können. Sie brauchen unsere Liebe, unsere Fürsorge, unser Hegen und Hüten und Mitgestalten.
Wir brauchen einander, weit mehr, als uns das oft bewusst ist. Gemeinsam ist alles Schwere und Schreckliche leichter zu ertragen. Und gemeinsam ist es auch leichter, immer wieder neuen Mut zu schöpfen.